Transformation durch Kooperation: Vom Land in die Stadt – von dort ins Grätzl

Franziska Schruth vom Stadtlabor Graz sprach über den sich in Entwicklung befindlichen Smart City Stadtteil auf den ehemaligen Waagner-Biro-Gründen nordwestlich des Grazer Hauptbahnhofs. Die Transformation des Stadtteils ist ein andauernder Prozess, der seit 2014 durch das Stadtteilmanagement vor.ort begleitet wird. Dieses achtete insbesondere in der Projektierungsphase der Smart City auf die Berücksichtigung lokaler Potentiale und der Wünsche und Bedürfnisse von AnrainerInnen und anderer Stakeholder. Von Bedeutung waren und sind dabei insbesondere die Themen öffentlicher Raum, Mobilität und Gemeinwesen.

Das Stadtteilmanagement ist zusätzlich serviceorientierte Anlaufstelle für (zukünftige) BewohnerInnen, lokale Unternehmen und Einrichtungen und ist gleichzeitig Informationsdrehscheibe zu den Eigentümern / Bauträgern, Hausverwaltungen, städtischen Abteilungen und Bezirkspolitik. Seit 2018 teilt sich das Stadtteilmanagement vor.ort die Örtlichkeit mit dem angewandten Forschunsgprojekt green.LAB Graz, das der Sondierungsphase Living Green City folgte. Das green.LAB Graz ist einerseits ein begrüntes Demonstrationsgebäude aus Holz sowie ein niederschwellig zugänglicher, offener Lern-, Produktions- und Ausstellungsraum zum Thema urbanes Grün als zentrale Klimawandelanspassungsmaßnahme in smarten Städten. (www.smartcitygraz.at/green-lab-graz/, graz.at/greenLab). Das green.LAB Graz demonstriert als Zwischennutzung, dass städtische Entwicklungsflächen temporär und gleichzeitig nachhaltig und gemeinwesenorientiert genutzt werden können.

Als Kooperationspartner des Stadtteilmanagements vor.ort und des green.LAB Graz unterstützt und betreut die Natur.Werk.Stadt als gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt den Betrieb des Demo-Gebäudes sowie den Unterhalt des angrenzenden Stadtteilgartens und setzt Begrünungsinitiativen im Stadtteil um. Stadtteilmanagement, green.LAB Graz und Natur.Werk.Stadt sind – jeder für sich  und gemeinsam- Labore für nachhaltiges Leben in der Stadt. Das StadtLABOR betreibt seit 2014 das Stadtteilmanagement vor.ort. Auftraggeber von Juli 2012 bis Juni 2017: Klima- und Enegiefonds im Rahmen des Programms Smart Cities, Smart City Project Graz. Ab Juni 2017: Stadtbaudirektion Stadt Graz und Entwickler der Smart City Graz. 

Das StadtLABOR ist beim Forschungs- und Entwicklungsprojekt green.LAB Graz einer von sieben Kooperationspartnern und ist für die Bespielung und Programmierung sowie zielgruppenspezifische Sensibilisierung für urbanes Grün zuständig.

Transformation durch Kooperation: Geschichten über_Land – wir gründen ein Dorf

Den ersten Block rundete Barbara Kanzian ab, die auf ihrer Online-Plattform “über_Land” zahlreiche Geschichten über Stadt und Land(wirtschaft) sammelt und Beispiele für nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene sichtbar macht. Als erstes Beispiel nannte sie bereits die Gemeinde Gutenstein.

Barbara Kanzian stellte zu Beginn eine Umfrage vor, bei der die Zufriedenheit der Bevölkerung am Land sehr hoch ist und viele Städter gerne aufs Land möchten. Der Ruf nach dem Urban Village klingt hier durch.

In den Geschichten, die sie sammelt und schreibt, wird vom Co-Working in einem ehemaligen Gasthaus in Munderfing (von dem Ort stellte eine andere Referentin noch ein weiteres Beispiel vor) erzählt, sowie von den innovativen Zukunftsorten Kals in Osttirol (Ortskernerneuerung) und Werfenweng (sanfte Mobilität und Tourismus). Barbara Kanzian porträtiert auch Menschen: Eine Frau, die von Wien nach Parndorf ging, um Ziegenbäuerin zu werden, oder von einem Mann, der weniger Hektik, ein günstigeres Leben und ein Familienunternehmen aufbauen wollte, und letztlich von Wels wegzog, um Bauer in Eggendorf zu werden.

Gutenstein

Die Raimundgemeinde Gutenstein war eine Abwanderungsgemeinde mit wenig Budget aus der Kommunalsteuer. Michael Kreuzer (Bürgermeister von Gutenstein) erzählte, wie er der Gemeinde neues Leben einhauchte, in dem er die EinwohnerInnen stärker in die infrastrukturelle und kulturelle Gemeindeentwicklung einband, wodurch er die Kooperation unter den BewohnerInnen fördern konnte. So wurde das bereits geschlossene Schwimmbad mit Tatenkraft der BürgerInnen saniert.

Die bereits vor der Amtszeit von Michael Kreuzer in Gutenstein stattfindenden Raimundspiele wurden aufgewertet: erstens verbringen die SchauspielerInnen ihre Zeit auch während der Proben bis zu den Aufführungen vor Ort, so wie ein Ferdinand Raimund die Inspiration in der Natur in Gutenstein suchte; zweitens ist dieses Sommertheater nicht ohne die ehrenamtliche Mitwirkung zahlreicher GutensteinerInnen möglich. Dies zeigt, wie auch abseits von großen budgetären Mitteln großes vollbracht werden kann.

Das dritte Beispiel von Michael Kreuzer betrifft die Dorfschmiede rund um die Firma Wohnwagon, welche (mobile) je nach individuellen Anspruch autarke Tiny-Houses baut. Diese siedelten sich im Gutensteinerhof, einem alten Gasthof gegenüber dem Bahnhof an und werden noch weitere anziehen. Ziel von Michael Kreuzer ist es, dass Gutenstein die nachhaltigste Gemeinde Europas wird.

Fehring

Eine andere Geschichte erzählt Fehring. Im Cambium – Leben in Gemeinschaft (www.cambium.at) in Fehring (Steiermark) schlossen sich zwei Gruppen von ehemaligen StadtbewohnerInnen aus Graz und Wien zusammen und erwarben per Vermögenspool die dortige Kaserne für ein Co-Living und Co-Working. Was zunächst nach Ökodorf klingt, ist bei genauerer Betrachtung, wenn man sich die Pläne der BewohnerInnen der Kaserne ansieht, jedoch vielmehr: es geht um eine Örtlichkeit des nachhaltigen Zusammenlebens und Wirtschaftens, eine “Oase des Wandels”, die ihre Umgebung (die Gemeinde Fehring und darüber hinaus, das Vulkanland, Südburgeland, Ungarn) miteinbezieht und mitgestalten möchte (siehe dazu auch im Anhang: Oasen des Wandels).

Das Cambium – Leben in Gemeinschaft, dessen BewohnerInnen nicht nur vor Ort oder in der Gemeinde, sondern auch in Graz und Wien beruflich tätig sind, plant zudem die Einbindung von Hochschulen, die mit ihnen gemeinsam verschiedene Aspekte rund um ihre Oase transdisziplinär erforschen möchten. Unter anderem steht eine Ökobilanzierung des alten Kaserne sowie dessen Anpassung bevor.

Transformation durch Kooperation: Die Schule als Impulsgeberin für den Standort

Im Anschluss übernahmen die ArchitektInnen. Anfangs sprach Judith Zöchmeister [ORT_GANG ARCHITEKTUR] über das Potential von Schulen als Impulsgeberinnen für ein vitales Orts- bzw. Stadtteil-Leben. 

Zunächst stellte sie klar, dass ökologisch, kulturell und sozial nachhaltige Architektur standortspezifisch ist, – es also keine fertigen Lösungen, sehr wohl aber generelle Lösungsansätze gibt, in die die jeweiligen Randbedingungen ähnlich einer mathematischen Gleichung als Parameter eingesetzt werden, um zu einem individuellen, standortgerechten und dadurch identitätsstiftenden Ergebnis zu gelangen.

Bevor es um das eigentliche Projekt ging, zeigte Judith Zöchmeister die aktuelle Lage des ländlichen Raums exemplarisch am Beispiel Annaberg in NÖ auf: (i) Trotz massiver Investitionen in den Sommer- und Winterbergtourismus der Region sind sowohl Schul- als auch Lebensmittel- und medizinische Nahversorgung ein brennendes Dauerthema. Tagespendeln ist für Erwachsene und Jugendliche ab spätestens der 5. Schulstufe gelebte Realität. (ii) Trotz Aufwertung der historisch wertvollen Mariazellerbahnstrecke als moderne Bahnlinie erfolgt die tägliche Mobilität fast ausschließlich auf der Straße. 

Das Forschungsprojekt „Schule im Zentrum“ möchte dieser Tendenz entgegenwirken, indem
(i) dezentrale Schulstandorte gestärkt und somit die Schüler am Standort gehalten werden,
(ii) Nutzungssynergien zwischen Schule und der örtlichen Dienstleistung geschlossen werden und
(iii) die Schule baulich und räumlich mit dem Umfeld verschränkt wird. 
Die Schule wird somit zum Kristallisationspunkt für ein funktionierendes Gemeinschaftsleben, mit positiver Auswirkung auf die lokale Wirtschaft, Um- und Nachnutzung von Bestandsgebäuden und die baukulturelle Entwicklung von Ortskern und Schule. 

Als Beispiele aus dem Schulbereich wurden die Primarschule in Suhr (CH) sowie der Schulkampus in Feldkirchen an der Donau (A) gezeigt, wobei die Schule in Suhr durch offene Durchwegung und allgemein zugängliche Bibliothek überzeugt, während die Schule in Feldkirchen besonders durch das „Bauprovisorium“ besticht, indem die Schüler während der Bauzeit in Geschäftsleerständen und Gemeinderäumen untergebracht wurden. Als konsequentestes Beispiel von Nutzungsmischung und Öffnung nach außen wurde die Kunsthalle Les Halles du Scilt in Schiltigheim nahe Straßbourg (F) gezeigt. Hier wurden Markthalle im EG und Ausstellungsräume im OG bei der Umnutzung eines historischen Industriebaus vereint, ein Café nach außen angebaut – und die Verwaltungsräume der Kunsthalle zugunsten dieser Nutzungsverschränkung in die Umgebung ausgelagert(!).-  In der Folge ist das gesamte Quartier zu neuer Vitalität gelangt. 

Das Projekt Schule im Zentrum steht gerade am Anfang und ist aufgrund der Interdisziplinarität und breiten Kompetenzverteilung mit Herausforderungen konfrontiert. Jedoch unterstreicht Judith Zöchmeister die positiven Voraussetzungen und Potentiale. Diese sind: 

  • Steigendes politisches und gesellschaftliches Bewusstsein für Qualität, Potential und Problematik ländlicher Räume
  • Engagierte und gut ausgebildete RückkehrerInnen als Träger wirksamer Einzelprojekte
  • Die gesetzliche Regelung für die Dezentralisierung von Schulstandorten durch Clusterbildung mit anderen Schulen (auch unterschiedlichen Schultyps) in der Bildungsreform 2017

Transformation durch Kooperation: Ein neues Bild vom Land – DorfUni

Der Impulsblock vor der ersten Pause beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem ländlichen Raum. Isabel Stumfol von der TU Wien stellte als zweite Rednerin gemeinsam mit Kerstin Schmid Beispiele aus ihren Forschungs- und Lehrtätigkeiten vor, und zeigte, wie transdisziplinäre Zugänge in der Raumplanung aussehen: Story-Telling spielt dabei eine besondere Rolle.

Ein Anliegen von Isabel Stumfol und ihrer Studentin Kerstin Schmid in diesem Zusammenhang ist es, genauer hinzusehen, bewusst und aufmerksam darüber-zu-reden, zu vernetzen und zu visualisieren, “mutig und auch mal verrückt zu sein” und Position für das eigene Leben am Land zu beziehen. Dies drückt auch den Appell von Isabel Stumfol aus, den ländlichen Raum nicht zu mystifizieren und zu romantisieren, ebenso sei die Schwarzmalerei kontraproduktiv.

Mehr als Obergail  (http://www.mehralsobergail.at/) beispielsweise war ein transdisziplinäres Lehrveranstaltungsprojekt an der Uni Wien, bei dem es im gleichnamigen Ort Obergail im Kärntner Lesachtail darum ging, Geschichten des Ortes zu sammeln und so die Partizipation anzuregen. Ähnlich wie in diesem Symposium die Lehrveranstaltung “IP Die Vitale Gemeinde” eine Science-Society-Kooperation zu ländlichen Räumen inkludierte, wurde das Projekt “Mehr als Obergail”  auch im Rahmen der Landluft Universität (http://uni.landluft.at/) einem urbanen Publikum in Wien vorgestellt.

Ein weiteres Projekt das die beiden vorstellten, betraf den Miteinbezug von Kindern in die Umweltgestaltung in Form des Kartierens (Mappings): Kinder sehen die Welt anders in Stainz. Die Inklusion von Kindern in einer Art und Weise, deren Zugänge adäquat der Altersgruppe entsprechend ist, wurde in weiterer Folge auch in anderen Präsentationen und auch bei den anschließenden Thementischen aufgegriffen. So stellen Ernst genommene Anliegen von Kindern und Jugendlichen auch ein Herzstück für die Lebendigkeit und den Erhalt ländlicher Räume dar. Weitere nicht vertretene aber nennenswerte Beispiele hierfür sind das Netzwerk der Lebenswerten Gemeinde, welches im September zum “Bewusst gemeinsam Leben”-Kongress in Salzburg einladen, Initiativen wie der Jugendgemeinderat oder die Jugend Strategie des Landes Steiermark. Letztere beiden wären aus Sicht der Symposiumsreflektion Kernbestandteil für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume, wenn sie eng mit Gemeindeanliegen in Verbindung gebracht werden.

Als Abschluss der Präsentation von Isabel Stumfol wurde der Kooperationsaspekt des Symposiums verdeutlicht. Die im Bild ersichtliche Box auf Rädern – ursprünglich aus dem Projekt Mehr als Obergail  – wurde während des Symposiums genutzt, um Ideen und Geschichten für und über ländliche Räume zu sammeln. Einige davon werden unten stehend noch vorgestellt.

Transformation durch Kooperation – cc-by-nc-sa Thomas Plattner

Transition for Future

Transition for Future

Die großartige Aktion “Dein Ort für die Zukunft” spricht genau im Kern die Idee der Transition Bewegung an. Wandel muss vor allem vor Ort passieren, dort wo die Menschen ihr Lebensumfeld gestalten. In Friesach in Kärnten versammelten sich zwischen 20.-22.September 2019 zahlreiche Transition Initiativen aus Österreich sowie UnterstützerInnen und setzten ein klares Zeichen für Transition for Future. Zusätzlich wurde der Tag der nachhaltigen Gemeinden gefeiert.

© Sascha Pseiner

Was ist Transition?

Ideen, die im kleinen Umfeld funktionieren, können Lösungen für die großen Probleme der Welt sein. Bei ihren Initiativen und Projekten hat die Transition-Bewegung stets Werte wie Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Kooperation und ökologisches Bewusstsein im Fokus – für die Gestaltung einer Welt, wie wir sie unseren Kindern wünschen.

© Sascha Pseiner

Generationen- und milieuübergreifend gestalten wir den sozioökologischen Wandel aktiv als eine internationale, zivilgesellschaftliche Basisbewegung mit dem Ziel einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

“Transition Initiativen” sind zivilgesellschaftliche Basisinitiativen, die kreativ und konstruktiv mit gegenwärtigen Herausforderungen umgehen und kraftvolle Visionen und positive Zukunftsperspektiven entwickeln.

© Sascha Pseiner

“Transition“ [ Wandel, Übergang ] zu einer krisenfesten und zukunftsfähigen Gesellschaft … auch für nachfolgende Generationen!

Angesichts einer „Welt im Wandel“ mit großen Umbrüchen in Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Politik, wollen wir Alternativen aufzeigen und damit Mut machen, gemeinsam aktiv zu werden und Krisen auch als Entwicklungschancen anzunehmen und gemeinsam nach lokalen und regionalen Gestaltungsspielräumen zu suchen.

© Sascha Pseiner

Die Welt ist voller Lösungen!

Nachlese und Dokumentation

Am Dienstag, den 25.06.2019, kamen rund 70 Transformationsbewegte aus Praxis und Hochschule in der Aula der Universität Graz zusammen, um über Möglichkeiten transdisziplinärer Kooperationen im Bereich Stadt- und Regionalentwicklung zu sprechen und erste Schritte in diese Richtung zu setzen.

Hier geht’s zur Dokumentation.

Zu Beginn hieß es jedoch, kurz inne halten und träumen: wohin wollen wir eigentlich gehen?

„Nachlese und Dokumentation“ weiterlesen

Transition Initiativen Gesundheits-Check-Monat

Der Transition-Gesundheits-Check ist ein großartiges Werkzeug, Eurer Gruppe bei der Analyse zu helfen, was bei Euch gut läuft und welche Bereiche Ihr weiterentwickeln könntet, um Eure Transition-Gruppe effektiver zu gestalten.

Der Health-Check dauert ca. 1 bis 3 Stunden und kann im Rahmen eines Initiativentreffens abgehalten werden.  Ein Leitfaden ist hier zu finden.

Der März 2019 wird zu einem globalen Gesundheits-Check-Monat aufgerufen: Facebook-Veranstaltung. Transition Austria ruft im April 2019 dazu auf.

Das internationale Transition Netzwerk möchte darüber hinaus einen Gesamtüberblick über die Transition Initiativen bekommen. Das heißt, wenn ihr eure Ergebnisse teilen möchtet, schickt diese an kontakt {at] transition [punkt] at.  Wir leiten sie an das Transition Network weiter.  Oder ihr trägt in hier ein, nach dem ihr euch registriert habt.

Wir wünschen euch viel Erfolg.

„Transition Initiativen Gesundheits-Check-Monat“ weiterlesen

The Transition Movement Organizational Handbook

The purpose of this handbook is to describe, in the simplest way possible, how we collaborate and connect at levels beyond local Transition Initiatives.

This is to share inspiration, ideas and learning, support each other emotionally and take action together so that Transition can thrive not only in every place where initiatives emerge, but also influence global systemic changes that will establish regenerative human cultures everywhere.

Transition is a culture change movement

Leitfaden für Entscheidungsfindung in Gruppen

Warum dieser Leitfaden?
Viele Gruppen, die sich für den Gesellschaftswandel engagieren, möchten sich von hierarchischen Entscheidungsmustern verabschieden. Doch was ist die Alternative? Darf und muss jede_r bei jeder Entscheidung mitreden? Setzt sich die lauteste Person durch? Oder setzen sich die Menschen durch, die einfach Fakten schaffen? Wenn in einer Gruppe nicht geklärt ist, wie man zu Entscheidungen kommt, dann ist es nicht verwunderlich, wenn Konflikte auftreten.
Die gute Nachricht ist: Ihr seid nicht die ersten, die sich Gedanken darüber machen – es gibt bewährte Verfahren für unterschiedliche Situationen. Je nach Bedeutung und Tragweite eignen sich andere Verfahren.
Zwei Fragen helfen, das geeignete Verfahren auszuwählen:

  •  Wie wichtig ist die Entscheidung?
  •  Und wer ist davon betroffen?

Wenn man nur einen Termin vereinbaren will, dann reicht eine spontane Vereinbarung. Es gibt Entscheidungen, die von einer Person allein, durch eine Untergruppe oder auch Online Umfrage getroffen werden können, das spart Zeit. Es gibt aber auch Entscheidungen, die von allen mitgetragen werden müssen.